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Zum Verhältnis zwischen Bonn und Saigon

Mein Beitrag handelt vom Verhältnis zweier Staaten, die heute nicht mehr existieren, deren Regierungen in zwei Städten residierten, die heute keine Hauptstadtfunktion mehr innehaben. Und doch stellen die Beziehungen zwischen diesen beiden Regierungen einen wichtigen Baustein der vielfältigen, facettenreichen Beziehungen zwischen zwei Ländern dar, deren Geographie, Geschichte und Kultur keineswegs ein solch enges Verhältnis nahe legen, wie wir es heute erleben dürfen und schätzen gelernt haben. Im Rahmen unseres Seminars bilden sie gleichsam den außenpolitischen Hintergrund für jene Problematik, die Jörg Wischermann in seinem Beitrag aufzeigt. Dieses Thema scheint mir aber auch noch aus einer anderen allgemeineren Perspektive von Interesse zu sein, gerade für Studierende der internationalen Beziehungen. Reflektiert es doch ein Problem der außenpolitischen Strategie, mit dem sich etliche andere Länder und Regierungen auseinanderzusetzen zu hatten und haben: Man hat eine Reihe von unterschiedlichen, mitunter sich widersprechenden Interessen, aber man ist nicht in der Lage eine Strategie zu entwickeln, die diesen unterschiedlichen Interessen gerecht werden würde. Man versucht dieses Defizit durch Taktieren, Muddle through zu überbrücken und muss schließlich feststellen, dass man ohne eine konsistente Strategie langfristig keines der angestrebten Ziele wirklich erreicht. Ich muss außerdem vorausschicken, dass ich die Geschichte dieser Beziehungen aus der bundesrepublikanischer Sicht bzw. Interessenlage skizzieren werde. Es handelt sich daher nicht um eine Darstellung, die den beiden Seiten gleichermaßen gerecht wird, sondern um einen Aspekt dieses komplexen Themas. Dies liegt weniger an eigener Borniertheit, sondern beruht auf der schlichten Tatsache, dass ich mich hier auf sehr detaillierte Forschungen (vor allem die Arbeiten Alexander Troches) stützen konnte und mir natürlich auch die Geschichte der alten Bundesrepublik vertraut ist. Meine Darstellung bedarf daher der Ergänzung durch eine vietnamesische Sicht der Dinge, die sich auf ein entsprechendes Aktenstudium stützen kann. Die Logik des Ost-West-Konflikts Auf den ersten Blick scheint alles klar zu sein. Die bipolare weltpolitische Konstellation, die der Ost-Westkonflikt geschaffen hatte, hatte auch in Vietnam die Frontstellungen bestimmt. Frankreichs Wiederinbesitznahme seiner Kolonialgebiete in Indochina wurde nicht so sehr als Wiederherstellung des Französischen Kolonialreiches nach dem 2. Weltkrieg gesehen, sondern als Teil der Zurückdrängung einer weltweiten kommunistischen Offensive, die durch die Gründung der VR China jenen grandiosen Sieg errungen hatte, der nun in Südostasien fortgesetzt werden sollte. Kurz die Auseinandersetzungen in Vietnam waren nur Teil eines weltweiten Kampfes zwischen den beiden Lagern: Sozialismus und Kapitalismus bzw. in westlicher Diktion zwischen Freiheit und Sozialismus. Und es lassen sich auch mühelos Zitate bundesrepublikanischer Politiker finden, die diese Sicht der politischen Verhältnisse widerspiegeln. Am berühmtesten ist hierbei sicherlich eine Passage aus der Regierungserklärung des Bundeskanzlers Konrad Adenauers am 29. April 1954: „Krieg in Indochina ist nicht allein eine französische Angelegenheit. Die Soldaten, die in Indochina Blut und Leben opfern, tun dies nicht für Frankreich allein. Sie verteidigen dort nicht nur die Unabhängigkeit Indochinas, sondern sie stehen im Dienste der Freiheit für die ganze Welt.“ Wie Alexander Troche herausgestellt hat, war dies die Geburtsstunde jener Formel war, die Mitte der 60ger Jahre vom damaligen amerikanischen Verteidigungsminister Mc Namara in die Worte kleidete: „The defense of Berlin starts at the Mekong“ Nicht nur in den Zeitungen des Springerkonzerns, sondern auch in offiziellen Erklärungen bundesrepublikanischer Politiker wurde dies dann in der Formel zusammengefasst: „Berlin wird am Mekong verteidigt“; d.h. über die Kontinente hinweg zieht sich hier die Frontlinie des Ostwestkonflikts. Nachdem bereits im Februar 1950 die DDR diplomatische Beziehungen zur DR Vietnam aufgenommen hatte, ergab sich für die Außenpolitik der jungen Bundesrepublik eigentlich ein Handlungszwang: rasche Aufnahme diplomatischer Beziehungen zu jener Regierung im Süden Vietnams, die sich zunächst unter französischem später amerikanischem Protektorat etabliert hatte und deren diplomatische Vertreter in Paris, schon frühzeitig auf einen solchen Schritt Bonns drangen. Die Interessenperzeption der Regierung Adenauer Ungeachtet aller Rhetorik des Kalten Krieges stellte sich für die Regierung Adenauer eine sehr viel komplexere Interessenlage bzw. Interessenperzeption dar, die nicht allein der Logik der weltpolitischen Großwetterlage folgte, sondern auch spezifisch bundesdeutsche Interessen zu berücksichtigen hatte. • Seit der Gründung der DDR befand man sich in einer diplomatischen Konkurrenz um außenpolitische Anerkennung. Mit Hilfe der Hallstein-Doktrin, die allen Ländern die diplomatische Anerkennung verweigerte, welche die DDR anerkannten, versuchte man diesem Interesse Nachdruck zu verschaffen. In den Nachbarländern Laos und Kambodscha traten diese Auseinandersetzungen offen zu Tage. In Vietnam ergab sich durch die Teilung des Landes eine andere Situation, die aber nach der der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen der DDR und der DRV eine Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Bonn und Saigon nahe legte. • Aber auch aus wirtschaftlichen Überlegungen heraus wollte man in Süd- und Ostasien wieder präsent werden, um dort zumindest wieder jene Position zu erreichen, die Deutschland während der Weimarer Republik besessen hatte. (1952/53 diplomat. Präsenz in Indien, Japan, Thailand und Hongkong). Gerade dieser Aspekt legt engere Beziehungen zu Saigon, als wichtigem Handelszentrum Südostasiens nahe. • Bei der Verfolgung dieser Ziele hatte die Regierung Adenauer jedoch eine sehr realistische Einschätzung des eigenen Kräftepotenzials. Sehr nüchtern wurde konstatiert, dass man in Asien über keine ausreichenden Machtressourcen verfügt, um hier Politik zu gestalten oder auch nur nachhaltig beeinflussen zu können. Stattdessen ging es darum, die Möglichkeiten und Nischen zu nutzen, die sich hier auftun und ansonsten eher politische Zurückhaltung üben. • Zu dieser nüchternen, realpolitischen Einschätzung gehörte auch, dass in Asien nur dann größerer Einfluss zu gewinnen sei, wenn man sich des traditionell positiven Images bediente das Deutschland in dieser Region besaß und nicht als von den USA abhängiger Satellit auftrat. o Dies galt zunächst für das Verhältnis zu China. Keine diplomatischen Beziehungen zu Taiwan und kein Handelsembargo gegenüber der VR China. Denn die VR China wurde nicht nur als interessanter Handelspartner, sondern gerade von Adenauer auch als mächtiger Konkurrent der Sowjetunion gesehen. • Dies galt aber auch für das Verhältnis der Regierung in Saigon, zu der man zunächst ein eher distanziertes Verhältnis pflegte. Ngo Dinh Diems , der 1955 vom Time Magazin zum Mann des Jahres gekürt worden war, wurde von Bonner Diplomaten eher kritisch eingeschätzt. In dieser Einschätzung wusste man sich einig mit dem Frankreich Charles de Gaulle, das der amerikanischen Politik ab Mitte der 50ger Jahre mehr als distanziert gegenüberstand. Für die junge Bundesrepublik war aber gerade das Verhältnis zu Frankreich wichtigster Baustein und Motor des europäischen Einigungsprozesses. Gemäß dieser vielschichtigen Interessenlage waren die ersten Schritte, die Bonn gegenüber der Regierung in Saigon unternahm, eher zögerlich • 10. Dez. 1953 Unterzeichnung eines Handelsabkommens • 12. Dez. 1955 Eröffnung einer deutschen Handelsvertretung im Hotel Majestic • 12. Juni 1957 Umwandlung der Handelsvertretung in eine Gesandtschaft • 25. April 1960 Aufnahme voller diplomatischer Beziehungen zwischen Bonn und Saigon, also mehr als zehn Jahre nachdem diplomatische Beziehungen zwischen der DDR und der DR Vietnam hergestellt worden waren Diese politischen Schritte werden begleitet von einer Reihe von Maßnahmen entwicklungspolitischer Zusammenarbeit: • Aufbau einer medizinischen Fakultät in Hue (1,9 Mio. DM) • Beteiligung am Aufbau einer technischen Schule in Cao Thang und Errichtung einer Lehrwerkstatt. Später wird daraus ein selbstständiges Ausbildungszentrum (1,5 Mio. DM) • Aufbau einer Leichtbauplattenfabrik • 1963: Finanzielle Hilfe in Höhe von 15 Mio. DM zur Importfinanzierung und Stabilisierung der Devisenlage Selbst gemessen and dem damals noch recht geringen Gesamtvolumen deutscher Entwicklungshilfe waren dies eher bescheidene Beträge Eskalation des militärischen Eingreifens der USA. In dem Maße in dem sich die USA immer stärker in Vietnam militärisch engagierten, zunächst durch finanzielle Hilfe und Waffenlieferungen, dann durch „Militärberater“, schließlich durch den massiven Einsatz Kampftruppen und Bombardierungen wuchs auch der Druck auf die Regierung in Bonn, hier Bündnistreue unter Beweis zu stellen, Schulterschluss mit den USA zu demonstrieren und einen eignen substantiellen Beitrag für den kriegerischen Einsatz der USA zu leisten. Folgt man den offiziellen und öffentlich geäußerten Stellungnahmen der Bundesregierung so distanzierte man sich in keiner Weise von dem Vorgehen der USA in Vietnam ganz zu schweigen von einer offenen Kritik. Dies galt auch für die Opposition bzw. die SPD. Willy Brandt hat in seinem Erinnerungsband „Begegnungen und Einsichten“ selbstkritisch eingestanden, dass er hinsichtlich Vietnams „gleichsam einem inneren Denkverbot“ folgte, um jeden Konflikt mit den USA aus dem Wege zu gehen, von deren Sicherheitspolitik gerade er als Bürgermeister von West-Berlin fundamental abhängig war. Ungeachtet dieser öffentlich geäußerten Solidaritätsbekundungen, die ja nicht nur Sonntagsreden waren, sondern auch handfeste Sicherheitsinteressen widerspiegelten, verweigerte man aber den USA den geforderten Schulterschluss konkret einen eigene militärische Präsenz in Vietnam, wie dies von Seiten Australiens, Thailands und Südkoreas geleistet worden war. Diese zunächst sehr widersprüchlich erscheinende Haltung der Bundesregierung beruhte auf recht unterschiedlichen Überlegungen: • Laut einer INFAS-Umfrage vom Sommer 1965 befand man sich damit in Übereinstimmung mit der Mehrheit der westdeutschen Bevölkerung geteilt, die mehrheitlich (über 60%) die Politik der USA in Vietnam befürworteten und für gerechtfertigt ansahen, gleichzeitig aber einen Einsatz westdeutscher Soldaten in Vietnam vehement ablehnten (90% dagegen nur 2% dafür) • Obgleich zum damaligen Zeitpunkt die Mehrheit der westdeutschen Bevölkerung wie auch Vertreter aller Bundestagsparteien, das Vorgehen der USA in Vietnam befürwortete, schätzte man die Erfolgsaussichten der USA in Vietnam sehr realistisch d.h. negativ ein. Selbst F.J. Strauß bezweifelt schon im Nov. 1964, dass ein Sieg der USA noch möglich sein werde. Nicht weniger kritisch wurde die Leistungsfähigkeit der Saigoner Regierung bewertet. In den Lageanalysen des Auswärtigen Amtes zeigte sich sehr viel mehr Übereinstimmung mit französischen als amerikanischen Beurteilungen. • Hinzu kam, dass man auch aus europapolitischen Überlegungen heraus auf Frankreich Rücksicht zu nehmen hatte, dessen Präsident Charles de Gaulle die Vietnampolitik der USA immer offener kritisierte. Wobei diese Berücksichtigung des französischen Standpunktes unter Adenauer sicher sehr viel stärker der Fall als unter Bundeskanzler Erhard • Von den USA abweichende Einschätzung der VR China und der Sowjetunion. Im Unterschied zur USA war für die Bundesregierung die Sowjetunion der Hauptgegner. Die VR China dagegen ein potentieller Partner im Kampf gegen die UdSSR. Seit 1963 wurden daher In Genf Verhandlungen über die Aufnahme diplomatischer Beziehungen geführt. Die amerikanische Sicht, die vietnamesischen Kommunisten seien nur der verlängerte Arm der chinesischen Kommunisten wurde in Bonn nie wirklich geteilt. • Last not least spiegelt sich in dieser Ambivalenz gegenüber dem Krieg der USA in Vietnam auch etwas wider, was damals oft als „deutsche Schizophrenie“ bezeichnet wurde. Eine „Aufgabe“ Süd-Vietnams lag nicht im westdeutschen Interesse, denn das hätte je einen möglichen Präzedenzfall für die Haltung der USA in der deutschen Frage bedeuten können. Andererseits bedeutete ein allzu starkes Engagement der USA in Vietnam auch eine Bindung von Kräften der USA in Vietnam, die dann für Deutschland nicht mehr zur Verfügung standen. D.h. neben gemeinsamen Interessen durchaus auch Konkurrenz um die Ressourcen der USA, deren Grenzen in Vietnam immer deutlicher sichtbar wurden. Einen Ausweg aus dem oben gezeigten Dilemma zwischen Engagement und Distanz versuchte man durch folgende Schritte zu erreichen: • Ab 1966 wird von Seiten der Bundesregierung keine Parallele mehr zwischen Berlin und Saigon gezogen, man muss sich daher auch nicht mehr den politischen Konsequenzen stellen, die aus dieser Parallele erwachsen. • Es wird offiziell geleugnet, dass von den USA sehr deutlich, wenn auch nur in internen Unterredungen das Ansinnen gestellt wurde, dass Soldaten der Bundeswehr nach Vietnam geschickt werden, obgleich aus den Akten des Auswärtigen Amtes eindeutig hervorgeht, dass diese Forderung „to have people in the field“ wiederholt und mit großem Nachdruck vorgebracht worden war. • Immenses Aufstocken der materiellen und finanziellen Hilfe für Südvietnam. Noch bis 1975 war die Bundesrepublik nach den USA der größte Hilfsgeber. Obgleich bereits 1971 festgestellt worden war, dass aufgrund des Krieges die Voraussetzungen für eine erfolgreiche entwicklungspolitische Zusammenarbeit nicht gegeben seien. • Spektakulärstes Zeichen dieser Unterstützung, Flagge zeigen ohne den Einsatz militärischer Verbände, war die Entsendung des „Hospitalschiffes“ Helgoland, das von 1966 -71 vor Da Nang tausende von zivilen Opfern medizinisch versorgte. Aber: • Keine Formulierung einer eigenen unabhängigen Vietnampolitik, wie sie der damalige Staatssekretär Carl Carstens, in einem internen Memorandum angemahnt hatte. Konkret hätte dies eine stärkere Unterstützung für das von Frankreich favorisierte Konzept einer Neutralisierungslösung auf dem Verhandlungswege bedeutet. Stattdessen lässt sich der Standpunkt der bundesdeutschen Politik (Regierung wie Opposition) wie folgt zusammenfassen: Wir betrachten die Erfolgsaussichten des amerikanischen Vorgehens in Vietnam äußerst skeptisch, sehen aber keine gangbare Alternative zu diesem Vorgehen und treten als zweitgrößter Hilfsgeber Südvietnams auf. Die daraus erwachsenden Belastungen des deutsch-französischen Verhältnisses müssen dafür in Kauf genommen werden. Der einzige führende bundesdeutsche Politiker, der die Politik der USA öffentlich in Interviews in Frage stellte, war Konrad Adenauer, der bereits 1965 die USA vor einer weiteren Verstrickung in Vietnam warnte und sie im Aug. 1966 in einem Zeitungsinterview zu einem Rückzug aufforderte. 1968/69 Wende in der deutschen wie amerikanischen Politik Die 1968/69 erfolgte Aufnahme der amerikanisch-vietnamesischen Gespräche in Paris über eine Beendigung der militärischen Auseinandersetzungen in Vietnam erleichterte es auch der Bundesregierung, nach außen hin eine konsistentere Vietnampolitik zu vertreten. Man unterstützte die Aufnahme von Verhandlungen, die darauf abzielen, eine friedliche Beilegung der Konflikte und eine gemeinsame Zukunft dieses Landes zu erreichen und dadurch das unermessliche Leid von Millionen von Vietnamesen zu beenden. Die Divergenzen, die man mit Frankreich in dieser Frage gehabt hatte, waren damit aus dem Weg geräumt. Zudem lag diese Politik auf der Linie der sozialiberalen Koalition unter Führung von Bundeskanzler Willy Brandt, die ja selbst mit der neuen Ostpolitik eine umfassende Verhandlungsinitiative mit der UdSSR und der DDR in die Wege leitete. In seiner ersten Regierungserklärung am 28. Okt. 1969 hatte denn auch Willy Brandt gerade im Hinblick auf Asien hervorgehoben, dass seine Regierung „mit allen Staaten der Welt, die unseren Wunsch nach friedlicher Zusammenarbeit teilen, diplomatische Beziehungen unterhalten werde.“ Auch in Meinungsumfragen zeichnete sich inzwischen ein deutlicher Meinungsumschwung der westdeutschen Bevölkerung ab. Obgleich das Vietnam-Engagement der studentischen Linken wesentlich zur Polarisierung, zur Verhärtung der innenpolitischen Fronten in der Bundesrepublik beigetragen hatte, schwand doch die Gruppe derjenigen, die eindeutig hinter der amerikanischen Militärintervention standen, beträchtlich. Spätestens nach der Tet-Offensive gab es nicht mehr jene Mehrheit die noch 1965 die Politik der USA klar befürwortet hatte. Während die außerparlamentarische Opposition ihren Protest sehr offen und militant artikulierte, näherte sich die Mehrheit der bundesrepublikanischen Bevölkerung in Sachen Vietnam immer mehr einer amerikakritischen Position, die aber selten klar artikuliert wurde. Für die konkrete Umsetzung dieser Politik, des Strebens nach einer Verhandlungslösung, fehlten der Bundesregierung jedoch die Kontakte zu den anderen vietnamesischen Parteien. Nach wie vor bestanden nur Beziehungen zur Regierung in Saigon. Angesichts der mir derzeit zur Verfügung stehenden Informationslage ist unklar, inwieweit von Seiten Bundesregierung bereits Anfang der 70ger Jahre Anstrengungen unternommen worden sind, diese Kontakte zur DRV und zur Provisorischen Revolutionsregierung Südvietnams herzustellen. Erst nach Unterzeichnung der Pariser Friedensvereinbarungen im Januar 1973 reiste der damalige Leiter des Südostasienreferats Gerd Berendonck im April nach Hanoi, um Verhandlungen über die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zu führen. Die Verhandlungen stimmten die bundesdeutsche Seite zunächst sehr hoffnungsvoll. Weitere Gespräche in Paris scheiterten jedoch an einer für beide Seiten akzeptablen Form der Berlin-Klausel, so dass es erst am 23. Sept. 1975 zur Aufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Demokratischen Republik Vietnam kam. Obgleich Hanoi bereits vor Aufnahme der diplomatischen Beziehungen humanitäre Hilfe in Höhe von 4 Mio. DM erhielt, die über Haiphong nach Nordvietnam verbracht wurden, fehlen für die 100 Mio. DM, welche die Bundesregierung nach der Unterzeichnung der Pariser Vereinbarungen für die vier Staaten Indochinas zur Verfügung gestellt hat, die entsprechenden Empfänger. Nur mit der Regierung in Saigon wurde am 5. Sept. 1974 ein Kapitalhilfeabkommen in Höhe von 40 Mio. DM unterzeichnet, das allerdings nicht mehr umgesetzt werden konnte. Wesentlich größeres Aufsehen erregte im April 1973 der Besuch des südvietnamesischen Staatschefs Nguyen Van Thieu in Bonn. Angesichts der gewaltsamen Besetzung des Bonner Rathauses durch Anhänger der „Liga gegen den Imperialismus“ trat etwas in den Hintergrund, dass Thieu von seinem deutschen Amtskollegen Präsident Heinemann wie – meines Wissens – kein anderer Staatsgast in der Geschichte der Bundesrepublik brüskiert worden war. Heinemann verweigert die Ehrenformation und empfing ihn mit den Worten: „Ich höre Sie, wollen mich sprechen. Was führt sie hierher?“ Kanzler Brandt äußerte sich gegenüber dem Spiegel: „Es gibt Besucher, die sieht man lieber gehen als kommen“. Thieu kam gar nicht mehr dazu sich für die bisher von der Bundesrepublik geleistete Hilfe in Höhe von 163 Mio. DM in angemessener Form zu bedanken. Das Dilemma bundesdeutscher Vietnampolitik Der Eklat dieses Besuches machte aber auch noch einmal jenes Dilemma deutlich, das die Politik der alten Bundesrepublik gegenüber Südvietnam von Anfang bis Ende bekleidete: Aus Rücksichtnahme, aus vermeintlicher oder tatsächlicher Abhängigkeit von den USA unterstützte man eine Reihe von südvietnamesischen Regierungen, die man alle als mehr oder weniger inkompetent und korrupt einschätzte. Man versuchte immer wieder dieses Engagement zu begrenzen, zu konditionieren. Wiederholt gab Anstrengungen, eine von den USA unabhängigere Politik zu formulieren, eigene Akzente zu setzen, Kontakte zu den anderen vietnamesischen Parteien aufzubauen, aber all diesen Versuchen fehlte der notwendige Nachdruck und die Entschlossenheit aber wohl auch die Bereitschaft der anderen vietnamesischen Parteien, sich auf solche Kontakte einzulassen und sie weiter zu entwickeln. Letztlich blieben sie daher alle erfolglos. Das bedeutet zum einen, dass man in Vietnam eine Politik verfolgte, die gegenüber der eigenen Bevölkerung immer weniger zu vermitteln war, geschweige denn legitimiert werden konnte. Zum anderen waren damit aber auch für die Entwicklung der Beziehungen nach 1975 denkbar ungünstige Voraussetzungen gegeben und es bedurfte entscheidender weltpolitischer Veränderungen bis dann ein neues wesentlich erfolgreicheres Kapitel der Beziehungen zwischen der Bundesrepublik und Vietnam aufgeschlagen werden konnte, die nun auf einem sehr viel breiteren gesellschaftlichen Fundament und Konsens beruhen, als dies in den Jahrzehnten vor 1975 der Fall war. Nguồn: Hội thảo quốc tế Quan hệ Đức – Việt Quá khứ và triển vọng

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